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Wer an den Leichen hängt (Gedicht)

Absolventen historisch geprägter Fächer

fühlen sich gezwungen, auch zu erwähnen bereits Verstorbene – man besuchte in Familienliebe ihre Gemächer.

Das bedeutet jedoch nicht, dass man die Tote mehr ehrt als die Lebenden.

Irgendetwas interessiert sich jedoch für die Vorgeschichte eines Menschen – wie man selbst auch löcherte Oma mit Fragen nach ihrer Affäre in ihrer Rolle einer nach Schönem Strebenden.

„Pass bloß auf, dass sich das Beerdigungsinstitut nicht an deine Fersen hängt“ würde ein Freund empfehlen.

Du willst schließlich überleben – unabhängig davon, ob du umgeben bist mit realen oder nur digitalen Juwelen.

 

Über den Tod dieser Menschen ist man jedoch schockiert bis heut –

im Inneren leben sie weiter; man mag nicht reden mit den Leut.

Man lässt ihre Geister sich entfalten,

kann aufgrund der absolvierten Studiengänge bei extrem langen behördlichen Wartezeiten teilweise schon keinen wirklichen Abstand halten.

 

Bild von Pexels auf Pixabay

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